Abstimmungsresultate der SGV 2020

Aufgrund der ausserordentlichen Situation wegen Covid-19 mussten wir die Generalversammlung der Sektion Ostschweiz am 13.11.2020 leider ausfallen lassen.
Der Vorstand der Sektion Ostschweiz hat im Rahmen seiner Kompetenzen mit der Unterstützung der GRPK beschlossen, die Abstimmungen der Punkte in der Traktandenliste mit den Delegierten der Sektion Ostschweiz in Zirkularform abzuhalten.

Die Resultate der Abstimmung findet ihr hier.

Vielen Dank den Delegierten für euer Vertrauen, die Abstimmungen sind fast alle einstimmig erfolgt.

Und herzliche Gratulation den frischgewählten Vorstandsmitgliedern Michael Hefti, neuer Leiter SOB, und Martin Mock, neuer Kassier Sektion Ostschweiz.
Viel Erfolg und Erfüllung in eurer neuen Funktion.

Besten Dank auch Adrian Donau für die Organisation des Versands, und Claudio Beati sowie Fredy Oertel von der GRPK für die Auswertungen.

Wir hoffen, dass der Spuk hoffentlich bald ein Ende hat und wir uns wieder treffen können auf einen Austausch.
Bliibet xund.

Im Namen des Vorstands:
Stephan Gut


Entscheid SOB - SBB zum Fernverkehr Chur - Zürich - Bern

Dieser Tage wurde das Lokpersonal von SBB Personenverkehr in der Südostschweiz über den Entscheid betreffend dem Produktionskonzept Aare - Linth informiert, dass die RE Züge auf der Linie Chur - Zürich ab Dezember 2021 vollständig durch SOB Lokpersonal gefahren werden. Die in der gleichen Kooperation von der SOB zu erbringenden Leistungen Zürich -Burgdorf - Bern werden hingegen weiterhin vom Lokpersonal SBB Personenverkehr erbracht.

Zwischen Chur - Zürich - Bern werden in zwei Umläufen FV Dosto der SBB eingesetzt, die zwischen Chur und Zürich ebenfalls durch das Lokpersonal der SOB gefahren werden. 

Dieser Entscheid hat weitreichende Auswirkungen auf den SBB-Depotstandort Chur. 

Eine Versetzung in die am nächsten liegenden Depotstandorte wird problematisch, da auch in Sargans und Ziegelbrücke Leistungen wegfallen werden. Verstärkt wird dieser Effekt zusätzlich durch Änderungen im Regionalverkehr mit der Übernahme der S6 Rapperswil - Schwanden - Linthal durch die SOB.

Bisheriges Vorgehen VSLF 

Nach dem Entscheid über die Kooperation SBB - SOB im FV (Chur - Zürich - Bern und Gotthard Bergstrecke – Zürich / Luzern - Basel) vom Juli 2017 hat uns die damalige Leiterin SBB Personenverkehr Jeannine Pilloud einen engen Kontakt mit den Sozialpartnern zugesichert und erklärt, dass jegliche Verunsicherung bei den Mitarbeitenden Gift für dieses Projekt wäre.

An einem Treffen im Dezember 2017 mit Toni Häne, dazumal Leiter Verkehr SBB P, und Reto Liechti, dazumal Leiter Fernverkehr SBB P, wurde uns bereits aufgezeigt, dass die LF ihre Leistungen grundsätzlich getrennt erbringen sollen. Toni Häne bekräftigte jedoch, dass ein gemischter Einsatz auf den Fahrzeugen vorgesehen und wichtig sei. Für den neuen gemischten SOB/SBB Standort Erstfeld trifft dies zu, was wir begrüssen.

Zu diesem Treffen hat der VSLF ein Dossier «Mögliche Auswirkungen der Neuvergabe der Fernverkehrskonzessionen durch das BAV» erarbeitet. (Dieses kann auf der VSLF Homepage unter Sektion Ostschweiz heruntergeladen werden). Darin legen wir fundiert dar, dass ein EVU-übergreifender Einsatz von LP die produktivste Lösung für beide Unternehmen ist. 

Diese Einschätzung wurde auch von den damaligen Planern so bestätigt.

Noch im Herbst 2018 wurde von Seiten SBB von einer Produktionskooperation des Lokpersonals gesprochen.

Wir haben an zahlreichen Sozialpartnertreffen mit der SOB wie auch der SBB auf die Vorteile hingewiesen, zumal mit einem gemischten Einsatz nicht nur die Produktivität optimiert wird, sondern es auch positive Auswirkungen auf das Störungsmanagement, Baustellenplanungen sowie die Personalzufriedenheit und Personalgewinnung generiert.

Aktueller Entscheid

Nun müssen wir feststellen, dass der aktuell kommunizierte Entscheid bereits viel früher beschlossen und verfolgt wurde. Von Seiten SBB informierten die verantwortlichen Stellen bei O-BP-ZFR die betroffenen Standorte Chur, Sargans, Ziegelbrücke und Rapperswil per e-Mail.

Es ist unschwer zu erkennen, dass die SOB sich in der Ostschweiz durchsetzen konnte und versuchen wird, diese Leistungen selber zu erbringen. 

Zudem ist kein grosses Interesse von ZFR spürbar, diese Leistungen zu behalten. Vielleicht erhofft man sich damit sogar Erleichterungen zum heutigen massiven Unterbestand beim LP.

Dass die nun bevorstehenden Depotstandortwechsel der Churer LF von Chur nach Zürich (täglich 240 km oder Umzug) aktuell noch mit den Aussagen: «Veränderung kann aber auch eine Chance sein», «sich dagegen zu wehren, wird uns nicht weiter bringen» und «Wir müssen uns mit Qualität und Leistung empfehlen» banalisiert werden, spricht Bände. Die Loyalität gegenüber dem eigenen Lokpersonal vor Ort scheint bei der Leitung ZFR sowie deren Vertretern in der Region leider abhanden gekommen zu sein.

Nach unseren Informationen plant die SOB keinen Depotstandort Chur. Ausgebaut werden soll stattdessen der bereits vorhandene Depotstandort Sargans. Ob mit (Auto-)Fahrten oder Übernachtungen, die Unwirtschaftlichkeit ist offensichtlich. Notwendige Verstärkungen und Schwächungen in Zürich und Chur müssten in der Logik auch von SOB LP ausgeführt werden, was Leerfahrten und unwirtschaftliche Dienste generiert. 

Für viele SBB-Standorte im Westen wird es zu Leistungsreduktionen oder Beendigung der Leistungen nach Chur kommen.

Beurteilung des Entscheids

Wir stellen fest, dass mittlerweile neben SBB LF auch die Kollegen von Thurbo und neu der SOB auf dem FV Dosto sicher fahren. Somit ist der Beweis erbracht, dass der polyvalente Einsatz von LP auf verschiedensten Fahrzeugen und Linien Einsparungen bringt. Einem gemischten, sinnvollen und logischen Einsatz auf der Linie Chur - Zürich wie auch Zürich - Bern würde nichts im Wege stehen.

Wir betonen, dass wir nichts gegen Leistungen von SOB Kollegen auf SBB Linien und SBB Fahrzeugen haben. Der logische EVU-übergreifende Einsatz ist seit über 100 Jahren Alltag.

Weiteres Vorgehen

Kollegen in Chur haben bereits mit einer Unterschrift-Sammlung für einen Brief an Toni Häne begonnen. Die PeKo muss sich der Sache annehmen. 

Der VSLF hat die verantwortlichen Stellen bei der SOB und SBB angeschrieben und verlangt eine Aussprache, um den bekanntgegebenen Entscheid richtig zu beurteilen und das weiter Vorgehen zu begründen. 

 

VSLF Nr. 625, 30. Januar 2020 HG/SG


VSLF Dossier «Mögliche Auswirkungen der Neuvergabe der FV-Konzessionen durch das BAV»


Ausgleich Arbeitsfreie Tage im laufenden Jahr 2020

Momentan werden von den CLP bei der SBB Anfragen betreffend Kompensationen von voraussichtlich zu viel bezogenen arbeitsfreien Tagen gemäss den individuellen Konstellationen (vor allem Ferien) verschickt.

Es wurde mit den Sozialpartnern und der PeKo vereinbart, dass die SBB das Recht hat Korrekturen bei LF zu machen, welche aufgrund der Linienzuteilung mehr afT (gemäss Rotation) als vorgesehen beziehen und deshalb in den Annahmeverzug rutschen, also zu wenig Jahresarbeitszeit (< 2050 Std.; Schaltjahr 2020: 2058.2 Std.) erarbeiten.

Wir machen darauf aufmerksam, dass für diese Regelung die Erreichung von 2050 (2058.2) Stunden/Jahr entscheidend ist. D.h., dass LF ihr Soll erfüllen, wenn sie trotz der zu vielen afT ihre 2050 (2058.2) Stunden erarbeiten (aufgrund zu hohem Tourendurchschnitt).

Die Vermischung von - mit den PeKo und Sozialpartnern - vereinbarten Grundlagen zur Vermeidung von unberechtigtem Annahmeverzug mit dieser Aufforderung zu Rasttag-Einbussen RE trotz meist übervollen Konti ist nicht korrekt, zumal die meisten Zeitkonti der LF übervoll sind, was deutlich auf den Unterbestand und die erhöhte Bereitschaft zu RE weist.

VSLF Nr. 622, 16. Januar 2020 SG